Montag, 29. Juni 2026

Projektskizzen Sanierung Schiffgraben Sacrow 25.09.2025

  

Projektskizze

 

Projekt: Sanierung Schiffgraben Sacrow 

 

 

Projektgegenstand und -veranlassung

Der Schiffgraben ist ein Gewässer zweiter Ordnung und verbindet die Havel mit dem Sacrower

See. Dieser ist in letzten Jahren in trockenen Sommerhalbjahren zunehmend von Wasserknapp-

heit und dann verstärkt auch durch das hohe Eutrophierungsniveau von Güteproblemen betrof-

fen, während der Schiffgraben deutliche Verlandungstendenzen zeigt. Über ein Regulierungs-

bauwerk zur Havel hin können der Wasserstand von Sacrower See und Schiffgraben eingestellt

werden. Die Einbindung der Bauwerke in den Schilfgraben stellen ELLMANN & SCHULZE (2016)

wie folgt dar:

[Der Schiffgraben ist zur Havelseite] auf einer Länge von rund 40 m verrohrt (DN 1000). Unterhalb

des Straßendurchlasses [unter der Gatower Straße] wurde außerdem ein Sandfang aus Beton

(Grundflache ca. 6 m x 3 m) errichtet. Ein Holzbohlenwehr vor dem Auslauf diente der Abflussre-

gulierung. Der Straßendamm erhielt eine Verrohrung aus drei Betonrohren DN 320. Ein zusätzli-

ches Ruckschlagklappensystem sollte hier den Zufluss von Havelwasser zum Sacrower See ver-

hindern. In Folge der baulichen Maßnahmen am Schiffgraben wurde der Abfluss von Grund- und

Oberflächenwasser aus dem Sacrower See stark eingeschränkt. Das marode Sperrbauwerk ver-

hindert den Abtransport von eingetragenem Laub und abgestorbenen Pflanzenresten. Diese la-

gern sich vor dem Straßendurchlass ab. Die einsetzende Fäulnis, insbesondere zum Ende der

Vegetationsperiode, führt zur vorherrschenden Geruchsbelästigung.

Nach Angaben des Wasser- und Bodenverbandes Nauen weisen die vorhandenen Rohrleitungen

starke Beschädigungen auf, sodass sich insbesondere das Spulen der Leitungen als sehr schwie-

rig erweist. Nicht zuletzt ist die Hochwassersicherheit unter den gegebenen Umstanden nicht

gegeben, da der vorhandene Querschnitt eine zu geringe Dimension besitzt. QUELLE: ELLMANN &

SCHULZE 2016 1

Der Sacrower See und die umgebenden Ufer- und Waldflächen haben einen hohen naturschutz-

fachlichen Wert und sind als Landschaftsschutzgebiet - LSG, Naturschutzgebiet - NSG (Nr. 12)

und FFH-Gebiet (DE 3544-304) ausgewiesen. Sacrower See (DEBB80001583587), Schiffgraben

(DEBB58358_389) und Havel (DEBE_8000958359_1) sind berichtspflichtige Gewässer der eu-

ropäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL).

Sowohl für die Ausweisungen nach Naturschutzrecht als auch die Wasserkörper nach WRRL

sind in den entsprechenden Formaten (FFH-Managementplan FFH-MP Nr. 29 zum Gebiet

Sacrower See und Königswald sowie die WRRL-Bewirtschaftungspläne und Maßnahmenpro-

gramme für den dritten Bewirtschaftungszeitraum) Zustandsklassifizierungen und Entwicklungs-

ziele hinterlegt.

Ein wesentlicher Aspekt der Stärkung des Sacrower Sees ist der Rückhalt des Wassers im See-

körper und die Verhinderung des Übertritts von noch stärker eutrophierten Havelwassers in den

Sacrower See. Abb. 01 zeigt die Lage von Schiffgraben, Sacrower See und Havel und deutet

optisch das unterschiedliche Trophieniveau zwischen See und Havel an.

Gleichzeitig bietet die Überleitung von Havelwasser jedoch auch eine Chance, den Wasserstand

im See zu stabilisieren (CliWaC 2024), wenn erhebliche Güteprobleme ausgeschlossen werden

können.

 

Hier die gesamte Projektskizze zum herunterladen 

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