Freitag, 6. November 2020

Auch die CDU von Zehlendorf gegen den geplanten Sendemast

Artikel der Berliner Morgenpost vom 4.11.2020

Foto: Patrick Pleul / dpa
Die Bezirksverordneten der CDU in Steglitz-Zehlendorf wollen die historischen Sichtachsen des Unesco Welterbes erhalten.

Im Potsdamer Ortsteil Sacrow soll ein 44 Meter hoher Sendemast des Mobilfunkunternehmens Vodafone errichtet werden. Dagegen wehren sich nicht nur die Einwohner von Sacrow. Dem Protest haben sich jetzt auch die Bezirksverordneten der CDU-Fraktion in Steglitz-Zehlendorf angeschlossen. Sie fordern in einem Antrag das Bezirksamt auf, sich dafür einzusetzen, dass der Sendemast an einen anderen Standort verlegt wird. „Es soll verhindert werden, dass die historischen Sichtachsen der Preußischen Schlösser und Gärten sowie der Blick von der Pfaueninsel und den aus Steglitz-Zehlendorf abfahrenden Ausflugsschiffen stark beeinträchtigt werden“, heißt es in der Begründung des Antrags. Der Sendemast würde den Blick auf das dortige Welterbe-Ensemble dominieren und beeinträchtigen. „Wir wollen keine zweite Waldschlößchenbrücke“, sagt CDU-Fraktionschef Torsten Hippe in Anspielung auf den Dresdner Brückenstreit und die Aberkennung des UNESCO-Welterbes.

Mobilfunkmast ist auch vom Wannsee aus zu sehen

Der aktuell geplante Mobilfunkmast wäre von der Glienicker Brücke, der Pfaueninsel und der Wasserfläche des Wannsees zu sehen. Damit ist auch der Bezirk Steglitz-Zehlendorf betroffen. Die Christdemokraten befürchten, dass die Authentizität und Ursprünglichkeit der bekannten touristischen Attraktionen sowie das Naherholungsgebiet dadurch Schaden nehmen könnten. Entsetzt sind auch die Sacrower. „Der Sendemast soll mitten in Sacrow stehen und unseren ganzen Ort überschatten“, schreibt eine Einwohnerin an die Berliner Morgenpost. Die Potsdamer Behörden und Vodafone hätten sich über ihre Köpfe hinweg für diesen Standort entschieden.

Der Funkmast soll direkt hinter der Sacrower Freiwilligen Feuerwehr aufgebaut werden. „Hier wird er nicht nur die unmittelbar betroffenen Häuser optisch erschlagen, sondern man wird ihn von überall in Sacrow sehen – auch von den diversen bezaubernden Sichtachsen, vom Wasser und von den Waldwegen“, heißt es in dem Schreiben. Ein Sendemast an diesem Standort werde Sacrow optisch zerstören. Und das, obwohl Sacrow Teil des UNESCO-Welterbes sei.

Bürgerinitiative wird wieder aktiv

Die Anwohner hätten gern zusammen mit den Behörden und Vodafone über andere Standorte diskutiert – und Alternativen vorgeschlagen, die weiter weg sind vom Ortskern und tiefer und höher gelegen im Königswald. Die Bürgerinitiative „Schützt Potsdam“, die sich schon erfolgreich gegen die Flugrouten über das UNESCO-Welterbe gewehrt hat, will nun wieder aktiv werden. Der Antrag der CDU-Fraktion steht in der nächsten Sitzung der Bezirksverordneten in Steglitz-Zehlendorf am Mittwoch, 11. November, auf der Tagesordnung.

Montag, 31. August 2020

Schützt das Unesco Welterbe in Sacrow!



Vor acht Jahren ist es der Bürgerinitiative Schützt Potsdam gelungen, für den neuen BER in Schönefeld Flugrouten durchzusetzen, die Potsdam weitestgehend von Fluglärm verschonen. Dann platzte die Eröffnung des Flughafens und seine Fertigstellung verzögerte sich um Jahre. Lange Zeit war nicht absehbar, ob die von uns hart erkämpften Flugrouten bis zur tatsächlichen Eröffnung standhalten würden oder ob Potsdam nicht doch mit Lärm überzogen wird.

 

Heute wissen wir: Der BER wird im Herbst 2020 an den Start gehen, und unsere Flugrouten haben Bestand. Sie werden so, wie wir sie durch unseren Protest und unser Engagement erwirkt haben, umgesetzt.

 

Flugrouten sind aber nicht aus Beton oder Stein. Sie können jederzeit wieder geändert werden. Bereits jetzt hat die Deutsche Flugsicherung angekündigt, zunächst nur zwölf Monate einen Probebetrieb zu fliegen. Deshalb ist es unumgänglich, dass wir unsere Arbeit und unser Engagement wieder aufnehmen. Nach der Eröffnung des BER werden wir hartnäckig für die Beibehaltung der durchgesetzten Flugrouten kämpfen, um unsere Region vor der Verlärmung dauerhaft zu schützen.

 

Es gibt aber noch einen anderen Grund, aus dem wir unsere Arbeit jetzt wieder mit voller Kraft aufnehmen, und der ist sogar noch dringlicher.

 

 

 

Die Bedrohung von Sacrow

 

Es geht um nicht mehr und nicht weniger als die drohende Zerstörung eines einzigartigen Potsdamer Juwels, nämlich des Welterbe-Refugiums Sacrow.

 

Sacrow ist vierfach bedroht:

 

-      Mitten im Ort soll ein 35 bis 50 Meter hoher Vodafone-Sendemast errichtet werden, der das gesamte Ortsbild zerstören und weithin sichtbar sein wird; er wird die Heilandskirche überragen und den Blick sogar von der Glinieker-Brücke aus beeinträchtigen; seine G5-Strahlen schädigen möglicherweise auch unsere Gesundheit.

 

-      Durch das Absinken des Grundwassers und das verantwortungslose Abschalten der Sauerstoffanreicherung droht der Sacrower See umzukippen und zu sterben; sein Wasser hat inzwischen eine schlechtere Qualität als verschmutzte Flussgewässer; bei Fortschreiten der Umweltbelastungen kann er nicht mehr zum Baden genutzt werden.

 

-      Durch die neuen Wohnhaussiedlungen in Krampnitz-Nord mit rund 10.800 Bewohnern droht Sacrow der Verkehrsinfarkt; da es kein Verkehrs- und Umfahrungskonzept gibt, wird der Individual- und Pendlerverkehr nach Berlin auch in erheblichem Maße durch die Welterbe-Gebiete fließen; Sacrow und seine Naturschutzgebiete werden zur Durchfahrtsstraße mit über 3.200 Autos täglich – Staus und Blechlawinen werden das Sacrower Schloss, den Königswald und den Ortskern verlärmen und verpesten.

 

-      Der Schiffgraben – ein Biotop, das Sacrower Lanke und Sacrower See mitten im Ort verbindet – wird mehr und mehr zur stinkenden Kloake; obwohl ein fertiges Baukonzept zur Wiederherstellung und Regenerierung des Kanals vorliegt, bleibt die Stadt Potsdam untätig; die am Schiffgraben heimische Tierwelt stirbt aus und die Faulgase sind für die Menschen nicht mehr zu ertragen.

 

 


 

 

 

Es besteht kein Zweifel: Wenn der Sendemast kommt, wenn der Sacrower See stirbt, wenn die Verkehrslawine rollt und wenn der Stichkanal endgültig zur Kloake wird, ist Sacrow nicht mehr Sacrow. Eine einzigartige Symbiose aus Natur, Baukunst und visionärer Lebensweise wird unwiederbringlich verschwunden sein.

 

 

 

Unser Widerstand gegen die Zerstörung des Welterbes

 

Deshalb starten wir ab sofort eine Kampagne und eine breit angelegte Initiative zum Erhalt von Sacrow. So wie es war. So wie es ist. So wie es bleiben muss. So wie es diesen Ort kein zweites Mal gibt.

 

Wir stellen unsere Initiative auf ein solides Fundament. Wir werden die Zerstörung des Sacrower Welterbes mit bewährten, schlagkräftigen Mitteln verhindern:

 

-      Plakate, Banner und Anzeigen zur Aufklärung der Öffentlichkeit

 

-      Social-Media- und Online-Aktivitäten zur Mobilisierung von Verbündeten

 

-      Juristische Beratung und rechtliche Schritte gegen die geplanten Maßnahmen

 

-      Wissenschaftliche Gutachten zur seriösen Dokumentation der drohenden Zerstörung und ihrer Auswirkungen

 

-      Fachkundige Erarbeitung von Alternativkonzepten und Lösungsvorschlägen

 

-      Anschubfinanzierung von Sofortmaßnahmen zur Regenerierung der Wasserqualität im Sacrower See

 

 

Die Stadt und das Land müssen diesen Ort schützen. Bürgermeister Mike Schubert, Landwirtschaftsminister Axel Vogel und Ministerpräsident Dietmar Woidke sind gefordert, das einzigartige Juwel in unserer Brandenburger Heimat zu bewahren.

 

Wie gesagt: So etwas wie Sacrow gibt es nur einmal. Es muss für die vielen Besucher, das Land und die Bewohner erhalten bleiben. Diese Aufgabe im Dienst der Kultur, der Natur und der Menschen ist Chefsache. Wir werden jedenfalls dafür sorgen, dass sie es wird.

 

 

Unsere Forderungen für den Schutz von Sacrow sind unmissverständlich und mehr als legitim:

 

-      Kein Sendemast

 

-      Keine Verkehrslawine

 

-      Kein Seesterben

 

-      Keine Kloake

 

Sacrow muss Sacrow bleiben.


Mittwoch, 5. August 2020

Die BI ist wieder aktiv

Am 31. Oktober soll der Flughafen BER nun eröffnet werden und der Betrieb von Tegel am 8. November enden. Zur Zeit findet der Testbetrieb statt. Die Coronakrise ermöglicht ein langsameres Anfahren des Flugbetriebs, was zunächst mit geringerem Fluglärm verbunden sein wird. Unsere Bürgerinitiative ist jetzt wieder aktiv um sicherzustellen, daß die damals festgelegten Flugrouten langgfristig so bestehen bleiben, damit auch nach Corona sich die Lärmbelästigung in Grenzen hält.

Wenn Sie sich ein Bild machen wollen mit welchen Lärm sie an ihrem Standort zu rechnen haben (auf Basis der 2014 festgelegten Routen) können Sie dies über folgenden Link herausfinden. Wenn Sie dem Link Fluglärmprognose BER Standortbezogen folgen, finden Sie links neben der Karte folgendes Eingabefeld in das Sie ihre Adresse eingeben können.





Wir werden über die aktuellen Ereignisse wieder über diese Internetseite berichten!