Freitag, 17. Juni 2011

Potsdamer Flugrouten-Demo am 20.6. um 18:00 Uhr

Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,

wir kämpfen nun seit bald neun Monaten gegen die drohende Verlärmung von Potsdam durch die Ab- und Anflüge vom neuen Flughafen BBI/BER Schönefeld.

In knapp drei Wochen wird die Deutsche Flugsicherung (DFS) dem Bundesamt für Flugsicherung (BAF) ihre Routenplanungen übergeben. Auf Basis dieser Planungen werden die Routen dann endgültig festgelegt.

Für Potsdam sieht es leider nicht gut aus. Ein fataler Fehler unserer Gemeindevertreter in der Fluglärmkommission und massiver politischer Druck aus Berlin haben dazu geführt, dass sich die Nord- und Ostabflüge bei Westwind nach letzter Planung komplett über Potsdam verteilen werden. Bei Ostwind bekommen wir zusätzlich rund 150 Landeanflüge ab (nähere Erläuterung dazu siehe unten).

Es kann und darf nicht sein, dass sich unser Einsatz nicht gelohnt hat. Wir müssen jetzt alles daran setzen, dass endlich auch die Interessen Potsdams im Flugroutenstreit berücksichtigt werden.

Dabei bin ich mehr denn je auf Ihre Unterstützung angewiesen. Ich möchte Sie daher herzlich bitten, alles möglich zu machen, dass Sie

    am Montag, 20. Juni 2011, um 18:00 Uhr
    zu unserer ersten eigenen Potsdamer Flugrouten-Demo
    vor dem Brandenburger Landtag


kommen. Wir müssen den Politikern und Flughafenbetreibern zeigen, dass sie mit uns nicht machen können, was sie wollen.

Potsdam darf nicht zum Verlierer in der BBI-Auseinandersetzung werden. Potsdam darf nicht den Schwarzen Peter erhalten. Potsdam darf nicht mit Fluglärm überzogen werden - was für andere Gemeinden gilt, muss auch für uns gelten.

Es kommt bei unserer Demo am Montag auf jeden einzelnen Demonstranten an. Es kommt auf Sie an. Auf Ihre Familie, Ihre Freunde, Ihre Kollegen. Nehmen Sie daran teil und bringen so viele Menschen mit, wie es Ihnen möglich ist.

Es geht um Ihr Haus, Ihre Wohnung, Ihre Gesundheit, Ihre Ruhe, Ihren Schlaf. Zeigen Sie Flagge. Setzen Sie ein Zeichen. Seien Sie dabei.

Wir haben versucht, alles zu tun, was in unserer Macht steht, um Potsdam frei von Fluglärm zu halten. Wir werden nicht locker lassen. Jetzt gilt's.

Wie immer meine Bitte: Leiten Sie diese Mail an Freunde weiter. Animieren Sie mit eigenen Mails mögliche Verbündete zur Demo-Teilnahme. Wenn jeder von uns drei Menschen wirbt und selbst kommt, sind wir sehr viele!

Ich freue mich, Sie am Montag, 20 . Juni 2011 um 18:00 Uhr vor dem Potsdamer Landtag zu sehen. Von dort marschieren wir dann zu dem Ort, an dem die Hauptverantwortlichen für die menschenverachtende Politik in Sachen BBI sitzen: Zur Staatskanzlei. Zu Platzeck.

Viele Grüße

Ihr

Markus Peichl


Deshalb sieht es für Potsdam nicht gut aus:
Die Fluglärmkommission hat zwar empfohlen, dass alle Abflüge von der Nordbahn bis zum Autobahndreieck Werder geführt werden sollen. Gleichzeitig hat sie aber auch empfohlen, dass die Flüge bereits bei 3.000 Metern Flughöhe frei gegeben werden sollen und dann beliebig abknicken können. Das hilft anderen Gemeinden, aber nicht Potsdam.

Im Gegenteil: 3.000 Meter Flughöhe sind kurz vor Michendorf erreicht. Von dort werden dann rund 80 bis 90 Flieger pro Tag direkt über Potsdam abdrehen. Werder erreichen sie gar nicht.

Obwohl wir die Potsdamer Stadtverwaltung im Vorfeld wiederholt und explizit auf diesen Umstand hingewiesen haben, hat sie der Freigabe-Empfehlung zugestimmt. Sie hat sich und uns also selbst das Ei gelegt.

Allerdings: Die Flugsicherung wird der 3.000-Meter-Freigabe-Empfehlung aller Voraussicht nach nicht folgen. Sie wird ein Abknicken bei 2.000 oder 2.400 Metern Flughöhe festlegen. Darauf wird zur Zeit in Hinterzimmern hingearbeitet. Die Politik möchte das dann als großes Entgegenkommen gegenüber den Bürgern verkaufen. Motto: 3.000 konnten wir Euch nicht geben, aber 2.000 bekommt Ihr.

Bei 2.000 Metern Flughöhe liegt der Abknickpunkt dann aber wirklich genau unterhalb des Potsdamer Stadtzentrums. Alle Flüge Richtung Norden und Osten werden dann in noch geringerer Höhe exakt über Berliner Vorstadt, Babelsberg, Heiligensee, Sanssouci, Fahrland und Sacrow führen.

Die rund 150 Landeanflüge bei Ostwind kommen natürlich auch in diesem Fall dazu.

Hier sieht es besonders düster aus. Die Landeanflüge werden über Potsdam nur rund 1.200 Meter Höhe haben und sich über alle Stadtteile verteilen. Hierzu hat die Fluglärmkommission nicht mal mehr eine Empfehlung abgeben. Sie hat der Flugsicherung vielmehr freie Hand gelassen.

Gründe genug, um zu demonstrieren?

Keine Kommentare:

Kommentar posten